Warum ich modulare ERP-Migration in die Cloud persönlich angehe
Ich habe in den letzten zwölf Jahren immer wieder erlebt, wie Migrationen von monolithischen oder älteren ERP-Systemen in die Cloud Projekte werden, an denen nicht nur Technik, sondern vor allem Menschen und Prozesse scheitern. Meine Herangehensweise ist deshalb pragmatisch: Ziel ist maximale Verfügbarkeit und minimale Downtime — nicht aus technischer Neugierde, sondern weil Geschäftsprozesse laufen müssen, Mitarbeitende ihre Arbeit erledigen und Kund:innen erwartet werden, bedient zu werden.
Grundprinzipien, die ich immer voranstelle
Bevor ich in technische Details gehe, nenne ich drei Prinzipien, die jede strategische Entscheidung leiten:
Schritt-für-Schritt-Ansatz für minimale Downtime
Hier beschreibe ich einen Ablauf, den ich mehrfach erfolgreich eingesetzt habe:
Ich starte mit einer Architektur- und Prozessanalyse: Welche Module sind strikt gekoppelt, welche können unabhängig betrieben werden? Tools wie Sparx Enterprise Architect oder einfache Domain-Driven Design-Workshops helfen, Schnittstellen zu identifizieren.
Nicht jedes Modul wird gleich migriert. Ich priorisiere nach Kritikalität und Komplexität: Low-risk-Module zuerst, um Lernkurven zu nutzen und Vertrauen aufzubauen.
Oft empfiehlt sich ein hybrider Betrieb: Alte ERP-Komponenten bleiben on-premises, kommunizieren über APIs mit cloud-basierten Modulen. Das reduziert Downtime und ermöglicht schrittweisen Cutover.
Für minimale Ausfallzeiten setze ich auf near-real-time Replikation (z. B. Change Data Capture mit Debezium, AWS DMS oder Azure Data Factory). So laufen Quellsystem und Ziel parallel, Daten werden synchron gehalten.
In sandboxes und Staging-Umgebungen teste ich End-to-End-Szenarien mit realen Daten (anonymisiert). Automatisierte Tests (Integration, Performance, Regression) sind Pflicht.
Je nach Risiko nutze ich:
Jeder Cut hat einen klaren Rollback-Pfad: Datenintegrität ist geprüft, und die Teams wissen genau, wie sie Systeme zurückschalten. Rollbacks sind automatisiert, soweit möglich.
Observability kommt vor Optimierung. Ich implementiere umfassendes Monitoring (Prometheus, Grafana, ELK/Opensearch), Alerts und Geschäftskritische SLOs.
Direkt nach jedem Cut führe ich Smoke-Tests, Business Acceptance Tests und Stakeholder-Checks durch. Nur wenn alles grün ist, geht es weiter.
Technische Patterns und Tools, die ich empfehle
Je nach Größe und Zielplattform nutze ich verschiedene Technologien. Beispiele:
Beispiele für konkrete Migrationsmuster
| Pattern | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Lift-and-Shift | Schnell, wenig Refactoring | Keine Cloud-native Vorteile, evtl. höhere Kosten |
| Replatforming | Moderate Modernisierung, bessere Skalierbarkeit | Mittlerer Aufwand |
| Refactoring zu Microservices | Hohe Agilität, bessere Verfügbarkeit | Hoher Aufwand, benötigt Zeit |
Organisatorische Maßnahmen, die Downtime minimieren
Technik alleine reicht nicht. Ich implementiere organisatorische Maßnahmen:
Sicherheits- und Compliance-Aspekte
Verfügbarkeit darf nicht auf Kosten der Sicherheit gehen. Ich stelle sicher, dass Datenverschlüsselung, IAM (z. B. Azure AD, AWS IAM), Audit-Logs und Data Residency-Anforderungen erfüllt sind. Bei sensiblen Daten plane ich zusätzliche Prüfungen und ggf. On-Prem-Processing.
Was ich aus Projekten gelernt habe
Einige Lessons Learned, die ich immer wieder sehe:
Wenn Sie mögen, kann ich Ihnen ein konkretes Migrationsradar erstellen: eine kurze Analyse Ihrer Architektur, eine Priorisierung der Module und ein Vorschlag für eine erste Pilotmigration mit geschätzten Downtimes. Schreiben Sie mir, dann entwickeln wir gemeinsam einen pragmatischen Fahrplan.